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JEDER EINZELNE MOMENT AN JEDEM TAG

 

Ich werde einen Teil meiner spirituellen Reise mit Ihnen teilen – wenn man es überhaupt als Reise bezeichnen kann. Da es nicht um ein Ziel und Bewegung geht, sondern um Ruhe und Stille. Eine spirituelle Reise kann man nicht wirklich in Worte fassen, aber ich habe es versucht...

 

Ich versuche an jedem Tag so zu denken, wie am ersten Tag meines Lebens und eventuell auch am letzten... Wie verhalte ich mich? Es gibt immer weniger Platz für Wut, Hass und Rache... Es gibt mehr Liebe, Dankbarkeit, Mitgefühl und Ehrfurcht – wie ein kleines Kind ... Ich fange an, jede einzelne Wolke, jeden einzelnen Tropfen vom Tau auf einem Grashalm zu bemerken, jede einzelne Blume, jeden einzelnen Vogel ... ich fange an zu merken, während ich diese Dinge wahrnehme, die ich sonst nie um mich herum bemerkt habe, dass meine Perspektive für das Leben sich verändert und für mich ist es eine wunderbare Möglichkeit, darin zu leben. :-)

 

Zuerst dachte ich, dass ich alles was ich habe aufgeben und Mut finden muss, um den Frieden zu finden, den ich suche. Aber ich fange an zu realisieren, dass es keine Suche braucht, da das, was ich suche, davon abhängt, wie ich darauf schaue – dass es nichts gibt, dass sich lohnt aufzugeben, keine Distanz bewältigt werden muss, keinem Pfad gefolgt werden muss, dass ich selbst die Liebe bin. Dass ich nicht daran arbeiten muss, spirituell zu sein – es ist, wer ich bin. :-)

 

Ich fange langsam an zu erkennen, dass es in diesem Universum keine Grenzen gibt. Das LEBEN kann nur mit einem Lächeln in der Gegenwart (und dieser Moment ist endlos) gelebt werden. ES IST NICHT DIE ANZAHL DER ATEMZÜGE DIE WIR NEHMEN, SONDERN DIE ANZAHL DER MOMENTE DIE UNS DEN ATEM RAUBEN. Ich fange auch an zu erkennen, dass jeder Moment eine Möglichkeit ist, diese unglaublichen Wunder zu absorbieren und zu genießen, und das man zusätzlich in jedem einzelnen Moment eine Lektion lernt. :-)

 

1. NUR EINE KONSTANTE: Früher habe ich gesagt, dass es nur eine Konstante im Leben gibt, nämlich „Veränderung“. Auf der Suche nach meinem wahren Selbst habe ich erkannt, dass diese Konstante etwas anderes ist - es war da, als ich im Mutterleib war, es war da, als ich ein Teenager war, es war da, als ich erwachsen wurde, und es ist immer noch da, während ich all meine glücklichen und traurigen Momente lebe und die genau gleiche Energie wird dort sein, bis dieser Körper stirbt. Es ist mein wahres Ich. Es ist, wer ich bin. Ich fange jetzt an, im Leben zu realisieren, dass es die einzige Sache ist, die sich nicht ändert – alles andere ist wie das fließende Wasser in einem Fluss – es ändert sich ständig... sowohl der Körper, als auch mein Selbstbild ändern sich jeden Augenblick.

 

2. MEINE GRÖSSTE SUCHT: Ich glaube, meine größte Sucht war das negative Denken, aber ich wusste nicht, dass ich süchtig danach war. Mein Geist führte ständig Gespräche - meist negativ. Ich fing an, mich wie ein Verkehrspolizist zu fühlen, der versucht, den Stau von negativen Gedanken zu regeln, die um mich herum waren. Obendrein sind positive Gedanken nicht geblieben und negative Gedanken schienen nicht wegzugehen. Vielleicht ist das die Natur des Geistes. Dank dem Dalai Lama und Mooji fing ich an zu denken – was wäre, wenn ich nur der Beobachter wäre, wie wenn ich auf einer Parkbank sitzen würde und Menschen beobachten würde, die vorbeigehen, aber ohne irgendeinen Bezug zu diesen Menschen – die Gedanken würden kommen und gehen, aber ich würde mich nicht an ihnen festhalten. Ich würde keine Beziehung zu ihnen aufbauen. Ich fange jetzt an festzustellen, dass ein Gedanke an den man nicht glaubt, keine Macht hat – absolut keine – aber ein Gedanke an den man fest glaubt, kann sogar einen Krieg beginnen oder die Welt verändern.

 

3. MICH SELBST ZU LIEBEN (NICHT MEIN EGO) IST DIE SELBSTLOSESTE TAT: Es erlaubt mir, mich von meinem Ego zu trennen und eine Verbindung zu meiner eigenen inneren Göttlichkeit aufzubauen, zu wissen, dass ich nie allein gewesen bin und nie allein sein werde – dass ich eins mit dem Universum bin. Dabei habe ich auch erkannt, dass es unter dem Hass die Möglichkeit der unbesiegbaren Liebe gibt, unter den Tränen die Möglichkeit eines tiefen Lächelns und unter dem nebligen, kalten Winter die Möglichkeit eines warmen, sonnigen Sommers – denn egal wohin die Außenwelt mich treibt, es gibt etwas viel Stärkeres in mir, das einfach nur glücklich ist, zu sein. Ich beginne zu begreifen, dass wenn ich etwas in der Welt verändern möchte, ich erst etwas an mir ändern muss.

 

4. DINGE PASSIEREN: Ich habe einmal erkannt, dass Ereignisse im Leben passieren werden und sich nicht ändern werden, aber ob mein Leben gut oder schlecht oder hässlich aussieht, hängt davon ab, wie ich es betrachte. Sobald ich gemerkt habe, dass die Nacht immer nach jedem Tag folgt, aber ebenso der Tag immer nach jeder Nacht folgt, habe ich angefangen, aus den Ereignissen zu lernen.

 

a. Gibt es etwas, was ich aus dieser Erfahrung lernen soll?

b. Was ist das Geschenk, das Gute an dieser Situation?

c. Was ist das Beste und Liebevollste, was ich jetzt tun könnte?

d. Was würde ich tun, wenn ich nichts zu befürchten hätte, und ich wüsste, dass ich nicht scheitern würde?

 

Ich habe gemerkt, dass ich jedes Mal als Mensch wachse, wenn ich mich aus meiner Komfortzone

bewege. Jetzt sage ich, sobald mich das Leben aus meiner Komfortzone wirft: „Hurra, was für eine Chance zu wachsen“. Was die Raupe als Ende der Welt empfindet, nennt der Meister einen Schmetterling.

 

KAROTTEN, EIER UND KAFFEE

Es ging einmal ein Mädchen zu ihrer Großmutter und erzählte ihr, dass ihr Leben nicht sehr gut liefe und dass sie sehr depressiv sei und nicht mehr wisse, was sie tun solle. Die Großmutter nahm die Hand ihrer Enkelin in ihre faltige Hand, nahm sie mit in die Küche und setzte sie hin. Dann setzte sie drei Töpfe mit Wasser zum Kochen auf und als das Wasser zu kochen begann, legte sie eine Karotte in einen Topf, ein Ei in den Zweiten und einem Esslöffel Kaffee in den Dritten und ließ sie für eine Weile kochen. Dann machte sie das Feuer aus und fragte ihre Enkelin, was sie beobachtet hatte. Die Enkelin war zuerst verwirrt, aber dann sagte sie, dass sie beobachtet hat, dass die Karotte erst hart war, aber als sie ins kochende Wasser gelegt wurde, weich wurde. Das Ei war zuerst weich, aber als es auch in heißes Wasser gelegt wurde, wurde es hart, aber der Kaffee löste sich im Wasser auf und verändert die Farbe des Wassers von alleine. Für einen Moment herrschte absolute Stille, dann aber leuchteten plötzlich die Augen der Enkelin und ein breites Lächeln kam auf ihr Gesicht. :-)

 

Und ich merkte, dass die glücklichsten Menschen auf der Welt nicht das Beste von allem haben, sondern dass sie nur das Beste aus allem was sie haben, machen. Es ist nicht der Reichtum den ich anhäufe, aber die Leben, die ich dadurch berühren kann. Das ist das Wertvolle - die Welt kann vielleicht anders sein, weil ich im Leben eines einzelnen Kindes wichtig war.

Ich habe gelernt, dass der wahre Sinn des Lebens ist, Bäume auch dann zu pflanzen, wenn ich nicht erwarte, jemals unter ihrem Schatten zu sitzen. Sobald diese Erwartung nicht da ist, fängt jeder Moment in meinem Leben an, ein unsagbares perfektes Wunder zu werden.

Ich glaube, dass jeder von uns aus einem bestimmten Grund erschaffen wurde und es gibt noch viele ungeborene Generationen, deren Leben bewegt und geformt werden, durch Aktionen die wir heute ergreifen. Lassen Sie uns diese Aktionen mit Liebe, Dankbarkeit und Mitgefühl annehmen, sodass wir dieses Jahr jenseits des Egos leben. Lasst uns aufmerksam sein (gleichzeitig unseren Geist frei von negativem Geschwätz halten), jede einzelne Wolke beachten, jede einzelne Blume, jeden Vogel. Möge dieses Jahr viele Momente haben, die uns den Atem rauben. Mögen wir immer unser Leben mit einem Lächeln auf unseren Gesichtern leben und Liebe in unserem Herzen tragen, so wie kleine Kinder. Was für eine Möglichkeit, in das neue Jahr und die kommenden Jahre zu gehen. :-)

 

Ich wünsche Ihnen beste Gesundheit und viel Glück, Dankbarkeit, Mitgefühl und Liebe.

 

DIE SIEBEN WELTWUNDER

Eines Tages fragte ein Lehrer die Kinder in der Grundschulklasse, was die sieben Weltwunder seien. Nach und nach zählten die Kinder alle sieben auf. Nur ein Kind blieb ruhig, so dass der Lehrer fragte, worüber es nachdachte. Das Kind zögerte zunächst und dann sagte es, es glaube nicht, dass die sieben Weltwunder die waren, die auf die Tafel im Klassenzimmer geschrieben wurden. Also fragte der Lehrer, was es glaube, was die sieben Weltwunder seien, und das Kind antwortete: „Das Erste glaube ich ist BERÜHREN, das Zweite SCHMECKEN, das Dritte SEHEN, das Vierte HÖREN“, dann, nach einigem Zögern, sprach das Kind weiter: „das Fünfte LACHEN, das Sechste FRAGEN,“ und dann war Stille. Dann fragte der Lehrer sie, was das siebte Wunder sei, und sie antwortete: „LIEBE“. :-)

 

Sanjiv Suri