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Können wir unsere Welt zu einem besseren Ort machen, indem wir GLÜCKLICH sind?

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Während meines Aufenthalts in Südfrankreich im Juni, wurde ich plötzlich von heftigen Rückenschmerzen heimgesucht. Die Diagnose war hart – drei Bandscheibenvorfälle. Als erstes wurde mir eine Operation vorgeschlagen, bei der mir die Ärzte zwei Titannägel eingesetzt hätten. Das habe ich abgelehnt. Die zweite Möglichkeit sah lediglich eine Behandlung mit hohen Dosen von Analgetikum vor, welche den Schmerz betäuben sollen. Auch das habe ich sofort abgelehnt. Als letzte Möglichkeit kam eine gezielte alltägliche physiotherapeutische Behandlung in Frage, verbunden mit Meditation zur Linderung der Schmerzen. Diesen Weg habe ich gewählt.

Die Sommermonate habe ich also in Prag verbracht und konnte weder mit Jacqueline und Virat nach Äthiopien noch mit Šimon Pánek nach Afghanistan verreisen, was ich eigentlich vorhatte. Stattdessen habe ich physiotherapeutische Übungen absolviert, meditiert und dadurch viel Zeit für mich gehabt. Ich möchte meine Erkenntnisse mit Ihnen teilen, die ich während dieser Zeit gemacht habe und die vielleicht auch einigen von Ihnen helfen:-).

 

GLÜCK

Forschungen zur positiven Psychologie, die Shawn Achor, Dan Gilbert und weitere Wissenschaftler von Harvard durchgeführt haben, sind auf folgende Schlussfolgerungen gestoßen:

1. Üblicherweise denken wir: „wenn ich erfolgreich bin, werde ich glücklich“ oder „wenn ich befördert werde, werde ich glücklich“ oder „wenn ich meine Traumperson heirate, werde ich glücklich“. Erstens sollte der Weg glücksbringend sein, nicht das Ziel. Forschungen beweisen, dass Geld, Erfolg, Ehe mit der Traumperson und andere ähnliche Lebensziele uns lediglich temporär Freude bereiten, jedoch langfristig keinen Einfluss auf das empfundene Glück des Individuums nehmen. Eine weitere Sache, die ein solches bedingtes Glück mit sich bringt, ist, dass es uns sagt, dass wir in dem gegebenen Augenblick nicht glücklich sind (was nicht stimmt). Forschungen haben weiter gezeigt, dass wir uns selbst das ganze Leben einreden, wie unglücklich wir sind und uns Bedingungen setzen, zu welchen wir glücklich werden. Von der Natur her sind wir jedoch dazu programmiert, glücklich zu sein. Und wenn wir wollen, können wir leicht den Modus des „programmierten Glücks“ einnehmen.

2. Das innere Glück einer Person wird von seiner Umgebung um maximal 10-15% beeinflusst, 85-90% sind individuelle Angelegenheiten. Wir alle haben eine genetische Disposition, zu der wir im Laufe der Zeit zurückkehren, unabhängig von Ereignissen in unserem Leben. Das, was um uns herum abläuft, ist immer gleich. Lediglich unsere Reaktion auf Ereignisse in unserem Leben und auf die Dinge die um uns herum passieren, bestimmen das individuelle Maß des empfundenen Glücks und der inneren Zufriedenheit.

3. „Glück kann man kaufen“, aber nur wenn wir dadurch anderen helfen oder philanthropische Projekte unterstützen. Untersuchungen haben ergeben, dass Teams, deren Mitglieder aufgefordert wurden, Geld für andere Teamkollegen auszugeben, viel stärker und erfolgreicher wurden. Die Mitglieder, welche Geld für andere und nicht für sich selbst ausgegeben haben, waren viel glücklicher als diejenigen, die Geld nur für sich ausgegeben haben.

4. Diejenigen, die ein sinnvolles Leben mit höheren Zielen führen (die größer sind als wir selbst), sind glücklich. Menschen, die in ihrem Leben eine Mission hatten, sind nämlich wesentlich glücklicher als solche, die kein höheres Ziel verfolgt haben.

5. Ein aktives Leben zu führen, indem wir mehrheitlich das genießen, was wir gerade machen.Menschen, die alles, was sie taten genossen und leidenschaftlich umgesetzt haben, waren viel glücklicher als diejenigen, die Sachen nur gemacht haben, um sich durchzuschlagen. Zudem waren sie auch glücklicher als diejenigen, die viel Geld verdient haben, aber denen die Arbeit keinen Spaß bereitet hat.

Wie Mahatma Gandhi sagt: „Glück ist es, wenn sich das, was Sie denken, sagen und machen, in einer gegenseitigen Harmonie befindet.“

Eine gute Nachricht ist, dass wenn wir glücklich sind, wir um bis zu 50% produktiver und um bis zu 300% kreativer sind. Es ist ein Zustand, den wir als „in einer positiven Zone“, oder auch „auf einer Welle“. bezeichnen. Können Sie es sich vorstellen, wie sich dies auf die Rentabilität auswirken würde, wenn wir es schaffen würden, uns durchgehend so zu verhalten?

Aus den Schlussfolgerungen der Forschungen wird deutlich, dass anstatt zu sagen, wir werden glücklich, sobald wir erfolgreich sind, sollten wir zusehen, glücklich zu sein, denn dann werden wir höchst wahrscheinlich auch erfolgreich sein. Nun, dies ist ein großartiges Forschungsergebnis, aber wie können wir es nutzen um selbst glücklicher zu werden? Eine weitere gute Nachricht ist, dass das Glück eine Fertigkeit ist, die wir lernen können, genauso wie Fußball, Golf oder Klavierspielen. Jeder kann mit Hilfe einfacher Übungen seine Chance erhöhen, um glücklich zu sein:-).

REZEPT FÜR DAS ALLTÄGLICHE GLÜCK:

Die Forschungsabteilung an der Harvard Universität hat ein Rezept für das tägliche Glück entwickelt das uns nicht mehr als 30 Minuten pro Tag kostet:

1. Seien wir jeden Tag für 3 Dinge in unserem Leben dankbar.

2. Treiben wir mindestens 10-15 Minuten eine physische Aktivität.

3. Meditieren wir mindestens 2-5 Minuten.

4. Schreiben wir jemandem etwas Positives (es muss sich nicht um einen Menschen handeln, den wir persönlich kennen).

5. Fangen wir an, das Positivste aufzuschreiben, was wir innerhalb der vergangenen 24 Stunden erlebt haben.

Der letzte Teil der guten Nachrichten aus der Forschung ist der, dass, wenn wir etwas 21 Tage lang machen dies zu einer vorrübergehenden Gewohnheit wird. Falls wir die Tätigkeit 60 Tage ausüben, wird sie uns fast zur Gewohnheit. Wenn wir 180 Tage durchhalten, wird aus der Tätigkeit ein regelmäßiges Ritual, das uns in Fleisch und Blut übergeht und das wir oft als unsere Lebenseinstellung akzeptieren :-).

Fragen Sie sich, ob sich das lohnt? Ich würde sagen, dass sich 30-90 Stunden unserer Zeit für ein lebenslanges Glücksgefühl auf jeden Fall lohnen. Vor allem wenn man bedenkt, dass dies mit einer höheren Leistungsfähigkeit

und Kreativität und einigen anderen positiven Nebeneffekten einhergeht und uns auch die Möglichkeit gibt, unser Leben um 10-20 Jahre zu verlängern und uns durch all die Jahre jünger zu halten, als wir sind :-).

Wenn wir jeden Tag wahrnehmen, dass es etwas gibt, wofür wir dankbar sein können, Übungen machen und meditieren, positive Nachrichten suchen und das Gute, was wir erlebt haben, aufschreiben, werden wir zu viel sensibleren und aufmerksameren Wesen. Da das menschliche Gehirn ein Prozessor ist, der auf Grundlage einheitlicher Muster funktioniert, fängt es an, negative Gedanken zu eliminieren und zur Gewohnheit gewordene negative Denkweise zu ersetzen oder routinemäßig auszufüllen, die früher mit einer negativen Denkweise ausgefüllt wurden, und verursacht dadurch, dass wir viel zufriedener mit uns selbst werden. Wie der Dalai Lama sagte: „Wenn ich mitfühlender bin, werde ich derjenige sein, der am meisten davon profitiert in Form innerer Ruhe.“

Das „GLÜCKSGEFÜHL“ wird zu unserem natürlichen Zustand unabhängig davon, was in unserer Umgebung passiert.

In einem tieferen Sinn des Wortes sollten wir:

1. Unser Leben so umgestalten, unsere Kraft darauf zu verwenden so viel unserer Zeit als möglich „im Fluß“ zu sein. Also mit anderen Worten öfter und mehr Dinge machen, die uns erfüllen und uns Spaß machen

2. Unsere Fähigkeiten für etwas Grösseres als unser eigenes Ich zu nutzen, also mit anderen Worten einen tieferen Sinn des Lebens finden und Verletzbarkeit als ein Fakt akzeptieren, anstelle vorzutäuschen, dass wir jemand anderer sind, als wir wirklich sind:-).

Abraham Lincoln sagte einst: „Die Menschen sind so GLÜCKLICH, wie sie es sich selbst vorgenommen haben zu sein.“

Heute, viele Jahre später, ist diese Annahme dank Forschung zur positiven Psychologie aus Harvard und anderen Universitäten auch wissenschaftlich zu belegen.

Können Sie sich vorstellen, was passieren würde, wenn wir so ein Verhalten in unser Berufsleben übertragen könnten? Wir könnten noch weiter gehen und die gewonnen Erkenntnisse in unsere Familien, auf unsere Kinder und Ausbildungssysteme übertragen, in denen nicht nur gegenwärtige, sondern auch zukünftige Generationen glücklicher aufwachsen und ein zufriedeneres Leben führen würden. Forschungen haben belegt, dass „glücklichere Menschen verantwortlicher sind, sich ethischer benehmen, höhere moralische Werte haben und mental und spirituell reicher sind.“

Daraus geht hervor, dass wir als menschliche Wesen nur eine einzige Aufgabe haben, und zwar zu SEIN, neben allen anderen Pflichten. Wäre die Liste der Pflichten so grundsätzlich, würden wir uns wahrscheinlich nicht als menschliche Wesen, sonder als menschliche Verrichter bezeichnen.

Meinem Rücken geht es wieder besser und die Ärzte hoffen, dass ich mich in diesem Tempo innerhalb der nächsten 6-9 Monate ganz erholt haben werde, was eigentlich ein kleines Wunder ist :-).

Wir müssen jedoch bei uns selbst anfangen, da wir die Meinungsmacher sind. Wie ein bekanntes Sprichwort lautet: „Ich höre nicht, was du sagst, weil ich sehe, was du tust.“ Wenn wir uns selbst nach den oben genannten Regeln verhalten, werden wir in der Lage sein, diese einfache Botschaft weiterzugeben und VIELLEICHT eines Tages unsere Welt zu einem besseren Ort für unsere Kinder und Enkelkinder zu machen, indem wir einfach GLÜCKLICH SIND :-).

Sanjiv Suri :-)