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Unsere Art zu denken, prägt unser Leben und unser Glück

 

Dies ist das erste Mal, dass ich mein persönliches Leben mit Ihnen teile, welches ich bis jetzt nur mit ein paar engen Freunden geteilt hab. Was waren die Ereignisse in den letzten neun Jahren die mich geprägt haben, und mich zu dem Mann gemacht haben, der ich heute bin? Ich kann an vier denken, drei davon in der Vergangenheit und das vierte entfaltet sich momentan.

 

Das Erste war die Trennung von meiner Ex-Frau Ellen im Januar 2005, wo ich danach meine beiden ältesten Kinder Virat und Jacqueline für fast 7 Monate nicht sehen konnte. Damals dachte ich, dass sie das Schlimmste ist was mir je geschehen sei, aber was ich in diesen sieben Monaten gelernt habe, hätte ich sonst nie lernen können. Jetzt sehe ich die Dinge ganz anders, da es meine Einstellung für die Familie und für meine Kinder komplett verändert hat.

 

Das Zweite war 2007, als meine Frau Markéta schwer krank wurde und sie sich einer langen und komplizierten Operation unterziehen musste, die zu einigen schweren Folgen führte. Dies geschah, als meine kleine Tochter Jasmin sechs Monate alt war und mein jüngster Sohn Shaan zwei Jahre alt war. Markéta ist eine starke Frau. Sie war in der Lage, ihre gesundheitlichen Probleme zu überwinden und kann heute wieder ein ganz normales Leben führen. Das hat mein Blick auf das Leben in die Zukunft komplett verändert.

 

Das Dritte war im Juni 2012, als ich in Südfrankreich ohnmächtig wurde und einen schweren Bandscheibenvorfall hatte und ich mich eigentlich einer Operation unterziehen sollte, in der mir zwei Titan Nägel in meine Wirbelsäule eingesetzt werden sollten, damit die Funktionsfähigkeit meiner Beine und anderer Teile meiner unteren Körperhälfte geschützt wird. Ich weigerte mich diese Operation durchführen zu lasse und fing an zu Meditieren und Yoga zu machen und dies hat mich auf einen Kurs der Spiritualität geführt, der meine komplette Einstellung zum Leben in den letzten 14 Monaten verändert hat.

 

Ich wusste nicht, dass irgendeines dieser Ereignisse, etwas Gutes hatte, als sie passiert sind. Heute weiß ich, dass sie wahrscheinlich die besten Dinge waren, die mir und meiner Familie hätten passieren können, weil es uns jedes Mal aus unserer Komfortzone geholt hat. Ich habe mittlerweile erkannt, dass das reale Wachstum nur dann erfolgt, wenn man aus seiner Komfortzone rausgeht. Das Leben bringt uns immer das, was wir brauchen, nicht unbedingt das, was wir wollen.

 

Lassen Sie mich Ihnen eine Geschichte, über einen indischen Händler erzählen (ich habe mir diese von Dr. Wayne Dyer ausgeliehen), die mir den Weg zur Spiritualität gedeutet hat und mir heute einige der Dinge, die ich gelernt habe, und mir das Gefühl für die Grundlage des Lebens gegeben haben, gezeigt hat:

Es war einmal ein indischer Händler, der nach Afrika ging, um einige lokale Erzeugnisse und Tiere zu erwerben. Im Dschungel, sah er viele bunte, und sprechende Papageien. Er entschied sich, einen sprechenden Papagei einzufangen und ihn als Haustier mit nach Hause zu nehmen. Zu Hause in Indien, hat er seinen Papagei in einem Käfig gehalten, hat ihn mit Honig und Körnern gefüttert und ihn sehr gut behandelt. Als er zwei Jahre später wieder nach Afrika ging, fragte er seinen Papagei, ob er seinen Freunden im Dschungel eine Nachricht überbringen soll. Der Papagei sagte ihm, dass er seinen Freuden mitteilen soll, dass er in seinem Käfig sehr glücklich sei und dass er jeden Tag genießt und dass er ihnen seine Liebe ausrichten soll. Als er in Afrika ankam, überbrachte er die Nachricht an die anderen Papageien im Dschungel. In dem Moment, wo er seine Geschichte beendet hatte, fiel ein Papagei mit Tränen in den Augen tot um. Der Mann war sehr beunruhigt, aber er dachte sich, dass der Papagei dem Papagei im Käfig sehr nah gewesen sein muss, und dass das wohl auch der Grund für seine Trauer und seinen Tod war. Als der Reisende zurück nach Hause, nach Indien, kam, erzählte er seinem Papagei, was passiert war. Als er seine Geschichte beendet hatte, füllten sich die Augen des Papageien mit Tränen, und er beugte sich nach vorn und starb. Der Mann war erstaunt, aber er dachte, dass sein Haustier aus Trauer bezüglich des Todes seines engen Freundes im Dschungel gestorben war. Der Händler öffnet den Käfig und warf den toten Vogel auf einen Müllhaufen. Im gleichen Moment flog der Papagei auf einen Ast auf einem gegenüberliegenden Baum. Der Händler sagte zu ihm: "Du bist also gar nicht tot, warum hast Du dann so getan? Du hast mich ausgetrickst." Und der Papagei antwortete: "Der Vogel aus Afrika hat mir eine sehr wichtige Nachricht geschickt." "Was war die Nachricht?" wollte der Händler wissen. "Er sagte mir, wenn Du aus Deinem Käfig fliehen möchtest, dann musst Du erst sterben, um leben zu können."


Wir müssen in der Tat sterben, um die Möglichkeit zu haben, zurück in unser waches Bewusstsein sehen zu können und zu sehen, wie wir in unserem Käfig gefangen sind (in unserem Fall, dass unseres Egos). Also teile ich nun mit Ihnen, die Lektionen die ich in den letzten Jahren zum Glück lernen durfte und Sie sind natürlich völlig berechtigt, diese zu verwerfen.

 

1. BESCHEIDENHEIT: Ich habe gelernt, dass wenn man ein Leben voller Bescheidenheit lebt und ohne große Ansprüche, ist es eine reine Freude und voller Frieden. Wenn man von einem Zustand von "Beachtet mich" zu einem Zustand des Lebens der Bescheidenheit in Dunkelheit geht. Die Sonne sagt der Erde nie "Du schuldest mir etwas". Stellen Sie sich vor, was mit so einer Liebe passiert – es erhellt den ganzen Himmel. Ich habe auch gelernt, dass die wichtigste Eigenschaft einer Führungsperson die ist, wenn alle anderen sagen können: "Wir haben es selbst gemacht."

 

2. VERTRAUEN: Ich habe gelernt, loszulassen und Kontrolle abzugeben, so wie wir es schon im Mutterleid getan haben, und durch das Leben voller Neugier gegangen sind, anstatt voller Angst vor dem neuen Tag und ohne Bindungen zu einem Ergebnis. Das ist das reinste Vergnügen.

 

3. FREUNDLICHKEIT: Ich habe gelernt (vor sehr, sehr kurzem) dass, wenn es eine Wahl zwischen freundlich sein und rechthaben hat, bin ich glücklicher, wenn ich mich fürs „freundlich sein“ entscheide. (Früher war ich besessen vom Rechthaben)

 

4. WENIGER IST MEHR: Ich habe gelernt, dass ich nichts brauche um glücklich zu sein (es ist meine wahre Natur, da ich mit der Quelle verankert bin), aber ich brauche etwas um traurig zu sein. Ich kann heute spüren, dass bis ich festgestellt habe, dass ich genug hatte, ich immer mehr brauchte und habe mich wirklich schlecht gefühlt, aber jetzt, wo ich festgestellt habe, dass ich genug habe, fühle ich mich unendlich reich.

 

5. FLEXIBEL: Ich habe gelernt, dass Wasser immer stärker ist als die Felsen, da es sie abnutzt. Es ist weich und flexibel, aber sehr mächtig. Leben ist Veränderung, Flexibilität ist das Leben und Starrheit ist der Tot.

 

6. ICH WEISS ES NICHT: Eine Sache, die mir meine vier Kinder sowie der Dalai Lama gelehrt haben, sind die drei mächtigsten Worte auf der Welt "Ich weiß es nicht." Es war fast unmöglich für mich, diese Worte noch vor ein paar Jahren aussprechen zu können.

 

7. AUCH DAS GEHT VORÜBER: Das Leben geht um Veränderungen. Stürme halten keine Ewigkeit und sich dahinter zu verstecken ist Frieden und Ruhe. Manche Menschen kommen in unser Leben aus einem bestimmten Grund, für eine Saison oder ein Leben lang. Sie sind nicht dafür da, um uns glücklich zu machen, noch sind sie dafür da, um uns das zu geben was wir wollen, sondern um uns das zu geben, was wir brauchen. Früher habe ich diese Tatsache nie erkannt, aber jetzt bin ich dankbar dafür, das Menschen in mein Leben kommen und auch aus meinem Leben gehen und ich weiß, es passiert alles aus einem guten Grund.

 

Und so entfaltet sich das letzte große Ereignis in meinem Leben, während ich hier schreibe. Wir haben uns darauf geeinigt, meine Frau Markéta und ich, uns zu trennen und in der Nähe voneinander zu bleiben, damit wir gemeinsam als verantwortungsvolle Eltern unsere beiden jüngeren Kinder Shaan (8) und Jasmin (7) gemeinsam aufziehen, auch wenn wir nicht mehr zusammen leben. Sie ist eine sehr intelligente und reife Frau und ich bin dankbar, dass ich neun schöne Jahre mit ihr verbringen durfte. Ich bin dankbar für alles, was sich in und um mein Leben entfaltet, und ich bin davon überzeugt, es ist in jedermanns Interesse, da wir alle mit der Quelle verankert sind und die Quelle durch uns fließt.

 

Leben ist Veränderung und das ist eine Regel der Natur, manchmal wollen wir, dass es konstant ist und dann schaffen wir uns Erwartungen, die zu Enttäuschungen führen. Ich kann sagen, dass ich dankbar für die Veränderung bin und lebe und genieße jeden Augenblick der Gegenwart. Wie Meister Oogway (die Schildkröte) zu Recht in dem Film Kung Fu Panda gesagt hat und ich zitiere: "Gestern ist Geschichte, Morgen ist ein Geheimnis, Heute ist ein Geschenk, aus dem Grund heißt es ‘Gegenwart‘ “. Einfach nur lieben, keine Bindungen, keine Erwartungen (dies ist die Härteste, aber Meditation hilft sehr).

 

Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihr Leben im Jetzt genießen, jeden einzelnen Tag und haben Sie viel Spaß im bevorstehenden Herbst haben.

Sanjiv Suri

sanjiv,zatisigroup,cz