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Wie können wir diese Welt in einen besseren Lebensraum verwandeln?

Ein paar wirklich großartige Gedanken von Muhammad Yunus, Ben Zander und dem Dalai Lama

 

 

 

Joseph Epstein sagte vor vielen Jahren: „Wir wählen uns nicht aus, ob wir geboren werden. Wir suchen uns auch nicht unsere Eltern aus oder das Land, in dem wir geboren werden. Die meisten von uns suchen sich noch nicht einmal aus, wie und wann sie sterben. In dieser Flut von Dingen, die wir nicht beeinflussen, beeinflussen wir jedoch die Art, wie wir leben.“

Ich bin ungeheuer dankbar für alle Momente, in denen ich im Leben Glück hatte, und für die Entscheidungen, die ich treffen konnte. Ich hatte solches Glück, dass ich im Leben tatsächlich außerordentliche Menschen traf und die Ehre hatte, ihren Ansichten zu lauschen, die mein Leben grundlegend veränderten und aus mir denjenigen machten, der ich heute bin. Heute teile ich mit Ihnen Fragmente aus drei für mich ausschlaggebenden Interviews.

MOHAMMED YUNUS – FRIEDENSNOBELPREISTRÄGER 2006 UND GRÜNDER DER GRAMEEN BANK

sowie mehr als fünfzig weiterer sozialer Non-Profit Unternehmen (einschließlich des Joint Venture Unternehmens mit den Firmen Danone, Adidas oder Veolia) mit überaus erfahrenen Managern, die sich das Ziel gesetzt haben, wirkliche Probleme anzupacken wie bspw. Armut und Unterentwicklung. Die Investoren erhalten ihre anfänglichen Investitionen ohne Anspruch auf Dividenden, abgesehen von denen in Form gelöster sozialer Fragen.

Mit Mohammed Yunus hatte ich mich unlängst in Prag getroffen und danach wieder in Singapur auf dem World Summit für führende Mitarbeiter der YPO – WPO. Er begann im Jahre 1976, als er in einem Dorf 42 Menschen 27 US-Dollar lieh, und heute, als Vater der Mikrofinanzierung, über die Grameen Bank jährlich 8,3 Millionen Menschen Kredite in Höhe von insgesamt 1,5 Milliarden Dollar zur Verfügung stellt (im Durchschnitt 220 Dollar pro Person). In der Regel sind die Antragstellerinnen Frauen (97 %), die unterhalb der Armutsgrenze leben und keine Möglichkeit haben, die geliehenen Finanzen irgendwie abzusichern, sei es nun in Form eines gepfändeten Vermögensgegenstandes oder einer Bürgschaft. Und trotzdem benötigt die Bank keine Juristen und hat eine Rendite von 99 % - die größte aller Weltbanken.

Als ich ihn fragte, wie er diese mehr als 50 sozialen Unternehmen verwaltet (eines davon ist auch die Grameen Bank), antwortete er bescheiden: „Sanjiv, die Menschen haben ein riesengroßes Potenzial, sind ehrgeizig und wollen die Welt irgendwie grundlegend verändern, sei es auch nur die kleinste Veränderung. Wir müssen ihnen nur VERTRAUEN, ihnen den Weg öffnen und Raum dafür geben.“

Aus über vier Millionen Menschen und deren Familien, die unterhalb der Armutsgrenze lebten, haben wir Menschen gemacht, die nicht nur für sich selbst sorgen, sondern sogar imstande sind, Arbeitsplätze für andere zu schaffen. Mein Ziel ist es, glücklich zu sein, und Glück verspüre ich in „dienender Unternehmensführung“ und im „Verantwortungsvollen Kapitalismus“ – in meinem Falle ist das die Gründung sozialer Firmen, die konkrete Probleme lösen und das menschliche Leiden lindern. Das erfüllt mich mit Glück.

„Glück ist ein mentaler Zustand, der mehr dem Geben und Teilen entstammt, auch wenn es scheinen mag, dass nur das Anhäufen und Konsumieren uns Glücksgefühle beschert.

Das Modell des BIP-Wachstums wächst durch Konsum und deshalb muss es für die Zukunft neu definiert werden. Gewinne ohne einen Zweck werden zum Ziel selbst, anstatt ein Mittel darzustellen. Das ursprüngliche Ziel geht dann komplett verloren und es macht sich eine riesige Habgier breit, die nur ein sehr kleines Maß an Glück zulässt.

BEN ZANDER – SEIT 1985 DIRIGENT DES BOSTON PHILHARMONIC ORCHESTRA UND AUTOR DES BUCHES „THE ART OF POSSIBILITY“

Vergangenes Jahr hatte ich das Glück mit Ben in London Mittag essen zu gehen und ihn bei der Gelegenheit nach dem Geheimnis seines Erfolgs zu fragen. Er antwortete: „Jedes Jahr kommen ungefähr 50 – 60 der besten Musiker zu mir, um an ihrem Talent weiterzuarbeiten. Am ersten Seminartag rufe ich sie alle zusammen und gebe ihnen eine Note. Alle bekommen eine Eins plus und ungeachtet ihrer aktuellen Leistung bleibt diese Bewertung gleich. Jeder Teilnehmer hat einzig die Aufgabe, mir innerhalb von 14 Tagen eine Postkarte von dem Ort zu senden, auf dem er sich selbst im Mai (nach Seminarende) mit einer Erklärung darstellt, wie er die Eins plus verdient hat. Es ist noch nicht vorgekommen, dass jemand eine schlechtere Note als 1+ verdient hätte.

Siehst du, Sanjiv, wenn du an die Menschen GLAUBST, erfüllen sie immer die Aufgaben, zu denen sie sich selbst verpflichtet haben. So kann die Welt ein besserer Lebensraum werden. Wir ändern ihn selbst, indem wir vertrauen und dem Kind oder erwachsenen Menschen den Raum bieten, in dem es oder er keine Angst davor hat, hohe Ansprüche an sich selbst zu stellen und fest daran glaubt, dass es oder er sein Ziel auch erreicht.“

Seine Haltung erklärte er mir mit folgenden Worten: „Auch wenn ein Dirigent selbst nicht einen einzigen Ton hervorbringt, hat er doch eine unglaubliche Macht, denn er kann aus allen das Beste herausholen.“

TÄNDZIN GJAMCCHO – 14. TIBETISCHER DALAI LAMA, GEISTIGER FÜHRER UND FRIEDENSNOBELPRIESTRÄGER 1989

Ich hatte das Glück, mehrere Interviews mit dem Dalai Lama zu führen. Heute teile ich mit Ihnen die Gedanken, die mich seit vielen Jahren begleiten. Als ich ihn fragte, was die größte Verantwortung sei, die ein menschliches Wesens trägt, antwortete er mir: „Jedes menschliche Wesen hat die Grundpflicht, ein solches Bewusstsein zu entwickeln, dass es sich mit der essenziellen Energie verbinden kann, die in jedem von uns vorhanden ist. Alle übrigen Probleme wie der Weltfrieden und die Menschenrechte lösen sich dann von selbst auf, weil Probleme nur glückliche und selbstzufriedene Menschen lösen werden. Glück ist ein mentaler Zustand, der aus dem Geben und Teilen hervorgeht.“ (Worte, die sich nicht allzu sehr von den Worten des oben zitierten Mohammed Yunus unterscheiden.)

Ich fragte danach, wie er durchs Leben gehen kann, ohne sich über eine Regierung zu ärgern, die Menschen quält, vergewaltigt und alle jene Menschen komplett aus dem Leben verdammen will, die nach seiner Lebensart leben. Dieser sehr ehrergiebige Mensch antwortete darauf: „Ich bin Buddhist. Mein Lebensziel ist es, Spiritualität zu praktizieren. Die Menschen in meinem Leben stehen meiner spirituellen Mission nicht im Wege – sie sind meine spirituelle Mission. Herausforderungen und Zeiten in meinen Leben, die mich aus dem Gleichgewicht geworfen haben, waren Zeiten, in denen ich die Gelegenheit hatte, als menschliches Wesen zu wachsen. Daher bin ich ihnen dankbar, dass sie meine Lehrer und geistigen Führer waren. Das Universum gibt Ihnen immer das, was Sie brauchen (auch wenn es Ihnen im jeweiligen Moment nicht so erscheinen mag), nicht unbedingt das, was Sie wollen.

Die Probleme, denen ich mich in meinem Leben stellen musste, waren nur versteckte Chancen zu wachsen und ich bin dafür sehr dankbar. Wenn mich die Ereignisse in meinem Leben nicht solchen Situationen ausgesetzt hätten, die ich als Leiden empfand, wäre ich heute nicht der, der ich bin.“

ABSCHLUSS

Meinen persönlichen spirituellen Weg habe ich vor vier Monaten begonnen. Je mehr ich dank der neu erworbenen Perspektive, Probleme als „Chance zu wachsen“, betrachte, und Menschen, die mir Schmerz zugefügt haben, als Spiritistischen Lehrer, kann ich beobachten, dass um mich herum absolut unglaubliche Dinge geschehen.

Wir in Zátiší Group wollen den geschaffenen Wert für alle interessierten Parteien [Umwelt, Gesellschaft, Partner (die einige von uns Angestellte nennen), Lieferanten und Aktionäre] maximieren und in kleinen Schritten wandeln wir jeden Tag die Geschäftswelt in „geteilte Werte“ um – für uns alle.

Wir sind auch entschlossen, Kunst auf sinnvolle Art und Weise in die Grundschulen zu bringen und aktiv eine lebenslange Weiterbildung mit Schwerpunkt auf Kreativität und Innovation in allem zu propagieren. Den Menschen die Chance zu geben, ihre Leidenschaft zu entdecken und allen interessierten Parteien die Gelegenheit, hohe Ansprüche an sich selbst zu stellen.

Wir glauben aufgrund der steigenden Zahl der erfahrenen und verantwortungsvoll führenden Mitarbeiter im Business zutiefst, dass noch in diesem Jahrzehnt der entscheidende Moment eintritt, in dem das Bedürfnis eines verantwortlichen globalen Managements durch die Schaffung geteilter Werte erfüllt wird.

Gehen Sie diesen Weg mit uns gemeinsam. Wir sehen erstaunliche Möglichkeiten, für die es sich lohnt zu leben, und wir GLAUBEN daran, dass wir dafür leben werden und zwar nicht nur für uns allein, sondern für alle Generationen, die nach uns kommen :-).

Sanjiv Suri

sanjiv,zatisigroup,cz